Samstag, September 23, 2006

Ruecksiedler


Option 1939

Von 75.000 Optanten sollen nur mehr 25.000 zurückgekehrt sein.

Die Rückwanderer litten an schlechten Arbeitsmöglichkeiten und es gab kaum Wohnraum.
Die "Rücksiedler" wurden von den Südtirolern auch nicht freundlich empfangen. Es gab Schimpfwörter wie Zigeuner, Kommunisten u.ä. dafür. Oder es wurde eine Wohnsiedlung der Rückwanderer Shanghaiviertel genannt. Sie waren auch im Ruf zu stehlen und auch sonst einen zweifelhaften Lebenswandel zu führen.
Kinder wurden z.T. von Lehrpersonen schlechter behandelt und benotet. Kurzum es bestanden große Vorurteile und es gab wenig Verständnis für sie. Obwohl doch jeder Südtiroler die eigene Geschichte kennen sollte und daher Sensibilität dafür aufbringen hätte müssen.
Ab 1952 - 1953 wurden verschiedene Siedlungen für Rücksiedler aus Österreich und Deutschland errichtet. Es sollen in Bozen ca. 200, in Brixen 50 und in Bruneck 27 Wohnungen erstellt worden sein. In Bruneck standen sechs Häuser. Diese Wohnungen wurden mit geringsten Mitteln errichtet und hatten daher gravierende Baumängel. Es wäre heute ein Gegenbeispiel zu einem Klimahaus.
Sie wurden in Bruneck zumindest mit einer Holzkonstruktion errichtet. Danach wurden darauf "Heraklit-Platten" befestigt und mit wenig Mörtel und Verputz fertiggestellt. Daher konnte nur sehr schlechtes Wohnklima erzeugt werden. Es war eine Kunst einen Nagel zu schlagen, der auch hielt (fühlte sich teilweise an als ob man den Nagel in Butter schlagen würde).
Für die Siedlungen gab es Namen wie: "Revolverviertel", "Shangaiviertel" usw., z.B. in Bruneck.
Der Zeithistoriker Stefan Lechner hat zur Optionszeit und zur Probelmatik der Rücksiedler eine Diplomarbeit geschrieben.
Literatur: "Heimatlos", erschienen 1993 - Autoren: Stefan Lechner, Helmut Alexander ...

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