Dienstag, Oktober 24, 2006

Option - Die Rücksiedler

Die Rückkehr

Die Rückkehr der Südtiroler Rücksiedler wurde von vielen Südtirolern im Lande nicht gewünscht und es wurde ihnen oft auch ohne Umschweife zu verstehen gegeben.Im Buch "Heimatlos" von den Autoren Helmut Alexander, Stefan Lechner und Adolf Leidlmair wird im Kapitel "Fremd oder zu Hause?", auf Seite 261 folgendes gesagt: ..."Immer wieder wurden sie gefragt - und fragten sich auch selbst: "Warum bist du zurückgekehrt?" "Warum bist du nicht draußen geblieben?" und immer wieder hörten sie den Vorwurf: "Wenn es dir nicht paßt, dann geh doch wieder hinaus!"Viele bereuten ihre Rückkehr in ihre "Heimat", die ihnen durch die abweisende Haltung der Südtiroler zur Fremde geworden war.Im selben Buch, dieselbe Seite: "Dennoch empfanden viele Rücksiedler ’das Rückwandern [...] noch schlimmer als das Auswandern‘, und nicht wenige kehrten ihre neuen ’alten Heimat‘ bald wieder enttäuscht den Rücken."
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Auf der Internetseite: http://homepage.uibk.ac.at/~c61710/otext.html

liest man Folgendes:

Probleme der Rücksiedler

Die Probleme, mit denen diese Rücksiedler konfrontiert wurden, waren vielfach die gleichen wie nach ihrer ersten Umsiedlung und unterschieden sich in keiner Weise von denen, mit welchen auch heute noch Um-, Aus- oder RücksiedlerInnen zu kämpfen haben: Ablehnung und vielfach Zurückweisung durch die einheimische Bevölkerung, Probleme bei der Integration; Schwierigkeiten, eine angemessene Wohnung und einen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden und letztendlich Identitätsprobleme im eigenen Volk. Kurz: Keiner will sie eigentlich wirklich haben.
Ein Südtiroler Umsiedler brachte nach über 50 Jahren in Nordtirol solcherlei Erfahrungen auf den Punkt: "Ich bin jetzt im 80. Lebensjahr, aber eine neue Heimat habe ich nicht gefunden!"

Samstag, September 23, 2006

Ruecksiedler


Option 1939

Von 75.000 Optanten sollen nur mehr 25.000 zurückgekehrt sein.

Die Rückwanderer litten an schlechten Arbeitsmöglichkeiten und es gab kaum Wohnraum.
Die "Rücksiedler" wurden von den Südtirolern auch nicht freundlich empfangen. Es gab Schimpfwörter wie Zigeuner, Kommunisten u.ä. dafür. Oder es wurde eine Wohnsiedlung der Rückwanderer Shanghaiviertel genannt. Sie waren auch im Ruf zu stehlen und auch sonst einen zweifelhaften Lebenswandel zu führen.
Kinder wurden z.T. von Lehrpersonen schlechter behandelt und benotet. Kurzum es bestanden große Vorurteile und es gab wenig Verständnis für sie. Obwohl doch jeder Südtiroler die eigene Geschichte kennen sollte und daher Sensibilität dafür aufbringen hätte müssen.
Ab 1952 - 1953 wurden verschiedene Siedlungen für Rücksiedler aus Österreich und Deutschland errichtet. Es sollen in Bozen ca. 200, in Brixen 50 und in Bruneck 27 Wohnungen erstellt worden sein. In Bruneck standen sechs Häuser. Diese Wohnungen wurden mit geringsten Mitteln errichtet und hatten daher gravierende Baumängel. Es wäre heute ein Gegenbeispiel zu einem Klimahaus.
Sie wurden in Bruneck zumindest mit einer Holzkonstruktion errichtet. Danach wurden darauf "Heraklit-Platten" befestigt und mit wenig Mörtel und Verputz fertiggestellt. Daher konnte nur sehr schlechtes Wohnklima erzeugt werden. Es war eine Kunst einen Nagel zu schlagen, der auch hielt (fühlte sich teilweise an als ob man den Nagel in Butter schlagen würde).
Für die Siedlungen gab es Namen wie: "Revolverviertel", "Shangaiviertel" usw., z.B. in Bruneck.
Der Zeithistoriker Stefan Lechner hat zur Optionszeit und zur Probelmatik der Rücksiedler eine Diplomarbeit geschrieben.
Literatur: "Heimatlos", erschienen 1993 - Autoren: Stefan Lechner, Helmut Alexander ...

Ruecksiedler


Ruecksiedler

Die Häuser der Rücksiedler wurden in den 1950-er Jahren, höchstwahrscheinlich 1952 oder 1953 fertiggestellt. Sie wurden billigst gebaut und hatten daher gravierende Baumängel.
Es war eine Holzkonstruktion mit "Heraklit-Platten" und nicht allzuviel Mörtel darauf. Das Wohnklima kann man sich vorstellen (im Winter eiskalt, im Sommer glühend heiß).
Eventuell gute Literatur zu Rückwanderern und Opiton: "Heimatlos" (1993) von Stefan Lechner, Helmut Alexander u.a.















Ich und meine zwei Schwestern.